Besonderheiten

Projektarbeit

Ein Projekt ist ein konkretes Unternehmen, das eine Gruppe aushandelt, plant und durchführt, und das sich meist über einen längeren Zeitraum erstreckt. Der Anlass für ein Projekt ist unterschiedlich. Es entsteht aus einer konkreten Situation heraus oder aber auf Wunsch der Kinder.
Unsere Projektarbeit ist schwerpunktmäßig für die älteren Kinder (5-6 jährige) gedacht. Von den jeweiligen Projektkindern erwarten wir, dass sie mit denken, planen, reden, gestalten und dass sie in der Lage sind ausdauernd (während des ganzen Projekts) und konzentriert mit zu machen.

Ein festes Projekt im Jahr wurde im Laufe der Zeit das Waldprojekt. Meist im Mai verbringen die Waldprojektkinder und 2 Erzieher 5 Tage im nahe gelegenen Wald: Den ganzen Vormittag – Bei jedem Wetter.
Im Vorfeld überlegen die Kinder, die sich für das Projekt entschieden haben, was sie machen möchten und planen dann gemeinsam mit den Erziehern den Ablauf der Woche.

Ebenso ist das Schulkinderprojekt mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Arbeit.

 

Feste

Uns ist es wichtig, auch in der Kindertagesstätte die Feste im Jahresablauf zu feiern. So feiern wir zum Beispiel Fasching, Ostern, St. Martin, Nikolaus, Weihnachten, Familienfeste, Abschiedsfeste oder zu anderen Anlässen.

Die Intensität der Vorbereitung sowie der Ablauf und die „Teilnehmer“ sind von Fest zu Fest verschieden. Zum Teil werden die Hintergründe gemeinsam erarbeitet, damit die Kinder wissen, warum wir z.B. jedes Jahr Ostern oder St. Martin feiern.

Ein ganz besonderer Tag für das Kind ist der Geburtstag. Deshalb ist auch er ein Anlass zum Feiern. Die Geburtstage der Kinder werden bei uns in einem seperaten Raum gefeiert. Das Geburtstagskind entscheidet mit welchen Kindern und mit welcher ErzieherIn es feiern möchte. An einem festgelegten Tag (Absprache mit den Eltern) bringt das Kind Obst und/oder Rohkost mit in die Einrichtung.

Bildungsdokumentation

Mit den Kindern sind wir auf dem Weg ein Portfolio zu erstellen. Das Beobachtete, sowie Aktionen werden in Foto oder Wort festgehalten.
Für das Kind ist das Portfolio jederzeit zugänglich und es kann entscheiden, mit wem es darin blättert. Ausgehändigt wird es am Ende der Kita-Zeit.

Genaues Beobachten, das Kind im „Blick“ zu haben und mit ihm sein Tun reflektieren, vermittelt ihm:

  • es hört mir jemand zu
  • es interessiert sich jemand für mich und für das was ich tue
  • ich kann meine Stärken und Interessen finden
  • was ich schaffe hat einen Wert
  • was ich schaffe ist anderen wichtig
  • ich bin angenommen
  • ich bin ich
  • ich lerne zu vertrauen
  • ich lerne, dass ich lerne
  • ich werde ermutigt zu erzählen, was mich bewegt und was mir wichtig ist

Genaues Beobachten, das Kind im „Blick“ zu haben und mit ihm sein Tun reflektieren, zeigt uns

  • seine Engagiertheit, mit was und mit welcher Intensität und wie
    lange es sich mit etwas beschäftigt
  • was es unbeachtet lässt
  • seine Stärken, Vorlieben und Interessen
  • wie es sich seine Welt erschließt (z.B. über Bücher, zuschauen,
    hören, über Bewegung, usw.)

All dies hat Einfluss auf unsere weitere pädagogische Arbeit

  • die Beziehung zum Kind wird intensiver
  • wir können es in seiner Entwicklung gezielter unterstützen
  • die Sprachmotivation und sprachliche Ausdrucksfähigkeit des Kindes wird gefördert

Wir sehen uns als Entwicklungsbegleiter und nicht als Lehrmeister!

 

Schulvorbereitung

Vorschulische Erziehung bzw. Bildung beginnt ab dem ersten Lebenstag (mit der Geburt), nicht erst ein Jahr vor der Einschulung.
Unsere Aufgabe besteht darin, die natürliche und bestehende Lernfreude (Neugier, Wissensdurst) der Kinder beizubehalten und zu fördern. Es geht uns nicht darum, schulische Lernformen in den Kindertagesstätte zu holen. Die Kinder erlangen die Schulreife bei uns nicht durch stereotypes Üben, sondern durch eine GANZHEITLICHE FÖRDERUNG ohne Leistungsdruck.
Diese ganzheitliche Förderung beinhaltet in unserer Einrichtung folgende Bereiche:
+ Motorik
+ Emotionaler Bereich
+ Soziale Kompetenz
+ Selbständigkeit
+ Sprache und Kommunikation
+ Kognitiver Bereich

In unserer pädagogischen Arbeit orientieren wir uns nicht an den Defiziten der Kinder, sondern an deren bestehenden Kompetenzen und Stärken. Wir möchten das Kind in seiner Entwicklung begleiten, fördern und unterstützen. Die Entwicklung der Kinder wird regelmäßig dokumentiert und in Gesprächen mit Eltern reflektiert und erläutert.
Wir verstehen uns nicht als „Besserwisser“ oder „Alleskönner“. Unser Motto lautet „HILF MIR ES SELBST ZU TUN“.
Schwerpunkte unserer Arbeit liegen in der Projektarbeit, die es den Kindern ermöglicht sich Kompetenzen anzueignen wie

  • Selbständigkeit (Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen)
  • Ausdauer und Konzentration (zuhören, abwarten, etwas aushalten,…)
  • Frustrationstoleranz
  • Soziale Kompetenz (Rücksicht, demokratische Entscheidungen treffen
    und akzeptieren, …)
  • Kommunikation (verbale Auseinandersetzung)
  • Neugierde und Freude am Lernen
  • Rollenbewusstsein und Rollenfindung/Gruppengefühl (wo stehe ich,
    ich gehöre dazu,…)
  • Emotionale Kompetenz (Gefühle äußern, reflektieren des eigenen
    Verhaltens, Kritik äußern und annehmen, Bedürfnisse ausdrücken, …)
  • Kognitive Kompetenz (Sachwissen, Spiel- und Arbeitsverhalten)
  • Donnerstags ist „Schulkindertag“, das heißt an diesem Morgen wird die Bewegungsbaustelle zum „Schulkinderraum“. Die zukünftigen Schulkinder spielen in der Bewegungsbaustelle mit dem dort vorhandenen Material oder mit vorher besprochenem Spielmaterial wie z.B. Lego, Playmobil, ganz große Bausteine, …

Ein fester Bestandteil für die Vorschulkinder im letzten Jahr vor der Einschulung ist die „Reise ins Zahlenland“. Grundkonzept für dieses Angebot ist das Buch „Komm mit ins Zahlenland“ von Gerhard Friedrich und Viola de Galgöczy. Die Reise ins Zahlenland vermittelt den Kindern ein Grundverständnis des Zahlenraumes von 1-10 in den Bereichen.

Gleichzeitig bietet dieses Konzept ein ganzheitliches Lernen, bei dem die Kinder mit allen Sinnen die Zahlen erleben. Die Zahlen werden geklatscht, geknetet, gesprungen, gemalt, gebastelt, …

Außerdem spielt die Sprachförderung eine große Rolle, da bei allen Zahlen mit Liedern und Geschichten gearbeitet wird. Immer wieder werden Wahrnehmung, Konzentration, Merkfähigkeit, Durchhaltevermögen, Fein- und Grobmotorik sowie die Rhythmusfähigkeit gefördert.

Die ErzieherIn, die das Schulkinderprojekt leitet, beobachtet die Kinder im Vorfeld genau, um Themen die die Kinder beschäftigen festzustellen. In den ersten Projekttreffen werden Themen besprochen und sich dann auf eines geeinigt. Der weitere Verlauf ist vollkommen offen, individuell und flexibel.
So werden sie in ihrer neuen Rolle der „Schulkinder“ gestärkt, und sie wachsen zu einer festen Gruppe zusammen. Sie lernen sich in der Gruppe auseinander zu setzen, planen gemeinsam, formulieren Ziele und verfolgen diese. Die erarbeiteten Ergebnisse stellen sie selbständig der Gruppe vor. Dabei lernen sie mit immer weniger Hilfestellung alleine vor der Gruppe zu sprechen und ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Durch die Übertragung von besonderen Rechten und Pflichten lernen die Schulkinder immer mehr Verantwortung zu übernehmen.
Mit einer gezielten Vorbereitung der Kinder auf ihre neue Lebensphase als Schulkinder wollen wir ihre Freude und Neugierde wecken und ihnen einen positiven Übergang zur Schule ermöglichen.

Dazu gehört auch die bewusste Gestaltung des Ablöseprozesses vom Kindergarten und uns Erziehern.

Folgende Aktivitäten führen wir innerhalb des Schulkinderprojekts immer durch:

  • Besuch der Grundschule
  • Bussicherheitstraining
  • Schultütenbasteln
  • ein Ausflug mit allen Schulkindern und allen Erzieher
  • Übernachtung in der Kindertagesstätte
  • Abschiedsfrühstück mit Kindern und Eltern
  • Abschiedbriefe bzw. Mappen für die Kinder

Sprachförderung

Spracherziehung in Kindertagesstätten bedeutet Erziehung und Bildung zum kompetenten und anspruchsvollen Umgang mit Sprache.
Bei uns findet diese Art der Erziehung von Beginn an im täglichen Kita-Alltag statt, z. B.:

  • Dialog mit den Kindern
  • Kreisspiele, Fingerspiele, Reime, Lieder, …
  • Bücher, Geschichten vorlesen, nacherzählen
  • Erzählrunden mit dem „Erzählstein“, die Kinder erzählen, wie sie sich fühlen, was sie bedrückt und freut, …
  • Rollenspiele, Theater, …
  • Raumgestaltung, die ein phantasievolles Spiel und somit die Sprache anregen
  • vielfältige Bewegungsmöglichkeiten drinnen und draußen
  • Projektarbeit (Planung, Reflektion, …

Kinder lernen nicht nach Wortlisten oder Bildkärtchen, für sie findet Sprache überall statt. Die Lust am Lernen der Sprache wollen wir aber auch gezielt in Kleingruppen wecken.

Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen im sprachlichen Bereich besteht die Möglichkeit, an einer Sprachfördermaßnahme des Landes RLP in einem der Kindergärten in Rheinböllen teilzunehmen.
In unserem Kindergarten selbst können entsprechende Programme nicht angeboten werden, da aufgrund der wenigen in Frage kommenden Kinder gemessen an den Kindergartenplätzen keine zusätzlichen Stunden zur Sprachförderung bewilligt werden.